Fragen und Antworten zum Ausbau der Bundesautobahn A7

Zur Baustelle

Wie lang ist die Ausbaustrecke, wo beginnt sie und wo endet sie?

  • Die Ausbaustrecke wird insgesamt rund 65 km lang.
  • Sie beginnt circa 800 m südlich des Autobahndreiecks Hamburg-Nordwest (km 149,330) und endet am Autobahndreieck Bordesholm (km 84,793 für die Richtungsfahrbahn Flensburg und km 86,713 für die Richtungsfahrbahn Hamburg).

Wie viele Fahrstreifen wird die BAB A7 nach dem Ausbau haben?

  • Auf dem Teilstück bis etwa 800 m südlich des Autobahndreiecks Hamburg-Nordwest werden insgesamt acht Fahrstreifen gebaut, also vier in jede Fahrtrichtung. Auf der übrigen Strecke vom Autobahndreieck Hamburg-Nordwest bis zum Ende der Ausbaustrecke am Autobahndreieck Bordesholm werden insgesamt sechs Fahrstreifen erstellt, also jeweils drei in jede Fahrtrichtung.

Wann beginnen die Bauarbeiten?

  • Die ersten vorbereitenden Arbeiten werden noch im 4. Quartal 2014 beginnen. Die Hauptbauphasen in den Bauabschnitten 1 und 3 starten zu Beginn des kommenden Jahres.
  • Im Hamburger Stadtgebiet werden die ersten Arbeiten an der Strecke im 1. Quartal 2015 starten.
  • Die ersten Arbeiten an den Lärmschutzwänden werden planmäßig ab dem 3. Quartal 2015 beginnen, ebenso wie die Ertüchtigungsmaßnahmen an innerstädtischen Kreuzungen im Schnelsener Gebiet.
  • Details zum Lärmschutzdeckel Schnelsen werden im nächsten Kapitel dargestellt.

Wann wird es zu ersten Verschwenkungen von Fahrstreifen kommen?

  • Im Zuge der Baustellenvorbereitung kann es bereits im 4. Quartal 2014 zu ersten Verschiebungen einzelner Fahrstreifen kommen.
  • Zu Verschwenkungen, also zur kompletten Überleitung des Verkehrs auf die jeweils gegenüberliegenden Fahrbahnen, wird es mit Beginn der jeweiligen Hauptbauphasen im 1. Quartal 2015 kommen.

Wann wird die Autobahn insgesamt fertiggestellt?

  • Die Autobahn wird bis Dezember 2018 fertiggestellt und dann ohne Einschränkungen nutzbar sein. Im Anschluss werden noch kleinere landschaftspflegerische Maßnahmen erfolgen (z.B. Bepflanzungen von Böschungen), die im Jahr 2019 abgeschlossen sein werden.

Wie viele Fahrstreifen wird es während der Bauzeit geben?

  • Während der gesamten Bauzeit werden mindestens zwei Fahrstreifen in jede Richtung zur Verfügung stehen. Südlich des Autobahndreiecks Hamburg-Nordwest werden insgesamt sechs Fahrstreifen bereitstehen.

Wie hoch wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Baustellenbereich während der Bauzeit sein?

  • Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Baustellenbereich soll bei 80 km/h liegen. Eine geringere Höchstgeschwindigkeit kann z.B. in Bereichen von Verschwenkungen durch die Verkehrsbehörde des jeweiligen Landes festgelegt werden.

Wie viele Bauabschnitte wird es geben?

  • Insgesamt gibt es acht Bauabschnitte, davon einen auf Hamburger Gebiet und sieben auf Schleswig-Holsteiner Gebiet.
  • Die ersten vorbereitenden Arbeiten beginnen noch im Jahr 2014 in den Bauabschnitten 1 und 3. Es folgen die Bauabschnitte 5A und 5B, in denen die Arbeiten in 2015 starten. Erst nach deren Fertigstellung beginnen die Bauarbeiten in den Bauabschnitten 2, 4 und 6. Zwischen den Bauabschnitten mit Fahrstreifenverschwenkungen liegen immer lange Erholungsstrecken. Eine Ausnahme bildet der Bauabschnitt 7. Hier wird der Lärmschutzdeckel Schnelsen gebaut, für dessen Errichtung etwa drei Jahre benötigt werden.

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Wie hoch ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in den Erholungsstrecken?

  • Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in den Erholungsstrecken werden die Verkehrsbehörden von Hamburg und Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Polizeidienststellen festlegen.

Welche Lärmschutzmaßnahmen gibt es?

  • Neben dem Lärmschutzdeckel in Schnelsen werden Lärmschutzwände insbesondere in Hamburg (beidseitig der Autobahn), dem Bereich Ellerau (beidseitig), Kaltenkirchen (ostseitig) und Neumünster (ostseitig) errichtet. Insgesamt werden über eine Länge von etwa 15 Kilometern Lärmschutzwände errichtet. Darüber hinaus werden die Fahrbahnen in beiden Fahrtrichtungen in Hamburg, im Bereich Ellerau und bei Neumünster-Süd aus sogenanntem offenporigen Asphalt hergestellt, der eine stark lärmreduzierende Wirkung hat.

Zum Lärmschutzdeckel Schnelsen

Wann beginnen die Bauarbeiten für den Lärmschutzdeckel Schnelsen?

  • Die ersten Vorbereitungen zum Bau des Lärmschutzdeckels Schnelsen erfolgen während des 1. Quartals 2015. Ab Ende Mai 2015 starten die Bauarbeiten zum Abriss der Brücken Frohmestraße und Heidlohstraße, sowie die Errichtung der dort vorgesehenen Behelfsbrücken. Während der folgenden Abrissarbeiten der Brücken Frohme- und Heidlohstraße wird es zu kurzen Vollsperrungen, sowohl der Autobahn (Dauer: 55 Std. an einem „langen“ Wochenende), als auch der Verbindungen Frohme- und Heidlohstraße kommen (Dauer: Jeweils rund eine Woche). Hierbei wird jeweils nur eine Brückenverbindung gesperrt, d.h. während der Sperrung der Verbindung Frohmestraße steht die Verbindung in der Heidlohstraße zur Verfügung und umgekehrt.Über die Behelfsbrücken Frohme- und Heidlohstraße wird der Verkehr für die Dauer der Bauzeit einspurig geführt, mit wechselnder Freigabe der Fahrtrichtungen durch Ampelschaltung. Sowohl die Behelfsbrücke Frohmestraße, als auch die Behelfsbrücke Heidlohstraße haben je eine gesonderte Fahrrad- und Fußgängerbehelfsbrücke, die jeweils gleichzeitig in beiden Richtungen benutzt werden können.

Wie viele Fahrstreifen wird es im Bereich des Lärmschutzdeckels Schnelsen geben?

  • Der Lärmschutzdeckel Schnelsen liegt nördlich des Autobahndreieckes Hamburg-Nordwest und wird daher bis zum Autobahndreieck Bordesholm insgesamt sechs Fahrstreifen erhalten, also jeweils drei in jeder Fahrtrichtung. Während der Bauzeit werden zwei Fahrstreifen in jeder Richtung zur Verfügung stehen.

Wann wird der Lärmschutzdeckel Schnelsen fertiggestellt?

  • Der Lärmschutzdeckel Schnelsen wird nach derzeitigen Planungen im 2. Halbjahr 2019 fertiggestellt. Seine volle Lärmschutzfunktion erfüllt er bereits mit Verschwenkung des gesamten Verkehrsflusses durch den fertiggestellten Bereich der Richtungsfahrbahn Süd ab dem 2. Quartal 2018.

Wie lang wird der Deckel Schnelsen?

  • Der Lärmschutzdeckel Schnelsen wird insgesamt 550 m lang.

Wie wird der Lärmschutzdeckel Schnelsen von der Projektgesellschaft übergeben?

  • Die Projektgesellschaft wird den Lärmschutzdeckel Schnelsen so übergeben, dass die für den Neubau notwendigen freien seitlichen Bereiche und auch das Dach des Deckels verfüllt und ordnungsgemäß verdichtet sind.
  • Die abschließende Begrünung und die Gestaltung der Oberfläche liegen im Aufgabenbereich der Stadt Hamburg.

Zum Verkehrskonzept

Bereits heute ist die BAB A7 ständig hoch belastet. Wie sieht das Verkehrskonzept während der Bauzeit aus?

  • Die hohe Belastung ist bereits im Verkehrskonzept der Ausschreibung und Vergabe berücksichtigt worden:

In den Baustellenbereichen stehen während der Bauzeit die gleiche Anzahl von Fahrstreifen zur Verfügung wie vor Beginn der Bauarbeiten.

Die Breite der Fahrstreifen ist gegenüber den Mindestmaßen erhöht und beträgt in den 2-streifigen Bereichen mindestens 3,25 m auf dem rechten und 2,85 m auf dem linken Fahrstreifen. In den 2 und 3-streifigen Bereichen auf Hamburger Gebiet liegen die Fahrbahnbreiten bei 3,25 m auf allen Fahrstreifen.

Grundsätzlich bleiben alle Zu- und Abfahrten der BAB A7 in der Ausbaustrecke während der Bauzeit erhalten. Für den Neubau des Lärmschutzdeckels in Schnelsen muss jedoch abwechselnd die ostseitige und westseitige Rampe der Anschlussstelle Schnelsen gesperrt werden. Für diese Sperrzeiten werden innerstädtische Umleitungen eingerichtet, Kreuzungsbereiche ertüchtigt und Ampelschaltungen angepasst.

Es sind begrenzte Baustellenlängen vorgesehen. Die längste Baustelle ist 10,6 km lang (Bauabschnitt 1).

Es sind Mindestlängen für Erholungsstrecken zwischen zwei Baustellen vorgesehen. Die kürzeste Erholungsstrecke beträgt 6,9 km (Bauabschnitt 2).

Zur Projektgesellschaft

Welche Unternehmen bilden die Projektgesellschaft Via Solutions Nord?

  • Die Projektgesellschaft Via Solutions Nord GmbH & Co. KG wird gebildet von den Unternehmen HOCHTIEF PPP Solutions GmbH (49,0%), dem niederländischen Pensionsfond Dutch Infrastructure Funds (DIF) (41,0%), sowie dem mittelständischen Pinneberger Bauunternehmen KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG (10,0%).

Welche Unternehmen werden von der Projektgesellschaft mit der Ausführung der Bauarbeiten beauftragt?

  • Die Projektgesellschaft hat die Firmen HOCHTIEF Infrastructure, KEMNA BAU Andreae und Tesch Straßenbau mit der Ausführung der Bauarbeiten beauftragt. Diese drei Unternehmen bilden die „Arbeitsgemeinschaft A7 Hamburg – Bordesholm“.

Werden auch andere mittelständische, insbesondere lokale Unternehmen Aufträge erhalten?

  • Neben einer Vielzahl von Arbeiten, die von der „Arbeitsgemeinschaft A7 Hamburg – Bordesholm“ direkt erbracht werden, ist vorgesehen eine Vielzahl von Arbeiten an andere Unternehmen, möglichst aus dem lokalen Umfeld, zu vergeben.

Wer wird den Betrieb und die Erhaltung dieses Teils der Autobahn A 7 durchführen?

  • Der Betrieb (z.B. Winterdienst, Reinigung, etc.) eines 59 km langen Teilstücks der BAB A7 wird ab dem 1. Mai 2015 bis zum 31. August 2044 von der Via Solutions Nord Service GmbH & Co. KG übernommen.
  • Der Betrieb des nördlichsten Teilstücks (km 90,845 bis km 84,235) wird vom Land Schleswig-Holstein übernommen.

Warum wird eine neue Autobahnmeisterei gebaut?

  • Die neue Autobahnmeisterei wird gezielt auf die Erfordernisse und Betriebssituation des 59 km langen Autobahnabschnittes, der von der Via Solutions Nord Service GmbH & Co. KG betrieben wird, ausgerichtet. Sie entsteht fast genau in der Mitte der Strecke, in der Gemeinde Nützen.

Wie viele Mitarbeiter werden beschäftigt?

  • In der Projektgesellschaft Via Solutions Nord werden während der Bauphase etwa 10 Mitarbeiter beschäftigt sein. Darüber hinaus werden sich bei der Via Solutions Nord Service circa 20 Mitarbeiter um den Betrieb und die Erhaltung der A7 kümmern.
  • Die „Arbeitsgemeinschaft A7 Hamburg – Bordesholm“ wird ihre Aufgaben mit durchschnittlich etwa 250 Mitarbeitern erfüllen.

Zum ÖPP-Modell

Was ist ein ÖPP-Modell?

  • Ein ÖPP-Modell (Öffentlich-Privates-Partnerschaft-Modell) ist ein Auftragsmodell zwischen einem öffentlichen Auftraggeber und privaten Auftragnehmern. Das Besondere hierbei ist, dass nicht nur die Planungs- und Bauleistung von privaten Unternehmen ausgeführt wird, sondern die Unternehmen auch für die Gesamtfinanzierung, den langfristigen Betrieb und die Erhaltung verantwortlich sind.

Warum wird die Verbreiterung der BAB A7 und der Lärmschutzdeckel Schnelsen im Rahmen eines ÖPP-Projektes realisiert?

  • Ein wichtiger Vorteil der Umsetzung dieses Infrastrukturprojektes im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft besteht in der wesentlich kürzeren Bauzeit. Durch die Verpflichtung, die Autobahn für die Dauer von 30 Jahren zu betreiben entsteht darüber hinaus für die privaten Betreiber ein besonderes Interesse an:

Wartungs- und betriebsfreundlichem Bau

Bester Qualität in der Bauausführung

Einhaltung der vereinbarten Budgets

Einhaltung der vereinbarten Ausführungstermine

Wie teuer wird das gesamte Projekt?

  • Für das gesamte Projekt, also die Verbreiterung der BAB A7, die Erstellung des Lärmschutzdeckels Schnelsen, den Betrieb und die Erhaltung der Ausbaustrecke bis zum 31. August 2044, sowie die Finanzierung, sind Gesamtkosten von circa EUR 1,6 Mrd. veranschlagt.

Wie wird das Projekt finanziert?

  • Das Kapital zur Finanzierung der Bauarbeiten zu Beginn der Vertragslaufzeit stammt aus drei Quellen. Ein Teil wird direkt durch den Bund mit Abschlagszahlungen nach exakt abgestimmten Auszahlungsvoraussetzungen gezahlt. Der Rest der Finanzierung erfolgt durch Eigenkapital der Gesellschafter und durch Fremdkapital von privaten, internationalen Anleihe-Investoren. Die Rückzahlung von Eigen- und Fremdkapital erfolgt langfristig über den gesamten Vertragszeitraum.
  • Zur Rückzahlung der Kredite erhält die Via Solutions Nord monatliche Zahlungen vom Bund, deren Höhe sich an der Verfügbarkeit der Autobahn orientiert.